Etwas Geschichte


Kaarßen liegt im Amt Neuhaus und ist die südöstlichste Gemeinde im Landkreis Lüneburg, die im Osten an Mecklenburg- Vorpommern grenzt. In diesem kaum bekannten Zipfel von Niedersachsen treffen viele interessante Punkte aufeinander.

Zum Einen ist das Leben an einem Fluss an sich schon besonders, doch hier in diesem Gebiet ganz besonders. Hier war die Elbe lange Zeit nicht nur natürliche Grenze, sondern auch menschlich und taktisch genutzte Grenze. Denn entlang der Elbe verlief der Grenzzaun und trennte die Gemeinde Amt Neuhaus von den Nachbarn in der Bundesrepublik. Zudem waren auch die Ortslagen an der Elbe Sperrgebiet. Sodass dieser Bereich nicht nur zum Westen sondern auch zu vielen Gebieten der DDR abgeschottet war.
In den umliegenden Dörfern sind eingige Überreste dieser Zeit zu finden. Unter dem Leitgedanken "Grenzgänge - Leben an der Elbe in Konau, Popelau und Darchau" wird den Besuchern in der Ausstellungsremise, im Museum über die Zwangsaussiedlung und auf dem grenzhistorischen Rundweg anhand von Fotos, Exponaten, Schautafeln und authentischen Zeitzeugeninterviews die Geschichte der im ehemaligen Grenzgebiet lebenden Menschen aufgezeigt.
Desweiteren wurde in Stapel ein Rest des ehemaligen Grenzzauns aufgebaut, und wer ins Gespräch mit einigen alt Eingesessenen kommt, wird interessante und abwechslungsreiche Erzählungen aus der Zeit der DDR zu hören bekommen. Man muss nicht immer in ein Museum gehen um Geschichte zu erleben, manchmal ist ein Gespräch mit unserer Bäckerin oder dem Nachbarn lebhaftere Geschichte als je ein Museum wiedergeben kann.

Wer sich für alte Gebäude interessiert, kommt auch auf seine Kosten. Kirchen sind in der Gemeinde Amt Neuhaus unterschiedlichste vorhanden. Die älteste Kirche steht in Stapel. In Kaarßen und Tripkau liegen die alten Fachwerkkirchen ansprechend auf Anhöhen, umgeben von kleinen grünen Parks. In Weningen ist vom alten Schloss leider nur der Torbogen erhalten, doch ein Besuch des Schlossparkes lohnt sich auf jeden Fall.

In Preten steht die "Storkenkate", ein Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert. Sie wird als Informationszentrum für den Storchenschutz der Stiftung THE STORK FOUNDATION - Störche für unsere Kinder - genutzt mit dem Ziel "Dem Storch eine Zukunft geben heißt Lebensraum erhalten". Verwirklicht wird dies im Amt Neuhaus mit dem Projekt Sudewiesen. Ebenfalls lohnenswert ist ein Besuch des Heimatmuseums, das sich im Forsthaus befindet.